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Möbel aus Schweden

Wir haben geerbt.Solange sich das Regal der beiden schwedischen Designer Kerstin und Nisse Strinning noch sicher im Haushalt meiner Schwiegereltern befand, sagten wir natürlich, dass wir es sehr gerne übernehmen wollten. Als es dann ernst wurde und wir es abholen sollten, fragten wir uns, ob nicht unsere Nichte es ebenso gerne haben wollte, mit ihrem Faible für Design und Vintage-Möbel —Sie lehnte dankend ab. Auch meine Eltern hatten ein solches String-Regal in ihrem Wohnzimmer. Das nahm mein Vater mit, als er Mitte der 1960er Jahre in eine andere Wohnung zog und meine Mutter, meine Schwester und mich, die Waschmaschine und das Mahagoni-Schlafzimmer zurückließ. Das Regal war wahrscheinlich das, was sich am besten in einem Fiat 500 transportieren ließ: Zusammengelegt besteht es aus ein paar Leitern, ein paar Brettern, und die Einhängeschränke sind auch nicht allzu voluminös. Ein klassisches System-Möbel eben: Beliebig erweiterbar, flexibel einzusetzen, raumsparend in Transport und Lagerhaltung. Eine Anschaffung fürs Leben Es gab in dieser Zeit — den Jahren des sich entfaltenden Wirtschaftswunders — keine besonders große Auswahl an Möbeln, die dem Lebensstil …

Die Blumen müssen draußen bleiben

Über Zäune und unser Misstrauen gegenüber der Natur Auf dem Zaun sitzt die Hagezusse, die Hexe, die Zaunreiterin: Eine weise Frau, Grenzgängerin zwischen der wilden Natur und der geordneten Kultur.Das war früher, als die Inseln in der Wildnis noch klein waren und die Menschen sich erstmals an festen Orten niederließen. Damals begannen sie, sich ein Stück Sicherheit zu schaffen, wilde Tiere und fremde Menschen auszusperren und sich innerhalb der selbst gesteckten Grenzen eine kleine, geordnete Welt einzurichten. Sie rodeten den Wald, umzäunten ein Stück Land mit Dornenhecken, geflochtenen Weidenzäunen oder kunstvoll aufgeschichteten Bruchsteinmauern. Sie züchteten Schafe, Ziegen, Hühner, die sie in den überschaubaren, nun von der Natur abgegrenzten Gebieten einsperrten, bauten Salat und Gemüse an und hielten die Wildkaninchen davon ab, sich daran gütlich zu tun. Nur die Katzen, die Hexentiere, ließen sich weder ein- noch aussperren. Sie passierten die Zäune durch Löcher oder sprangen hinauf mit einem Satz, folgten ihren eigenen Regeln, verschwanden in der Wildnis und tauchten frühmorgens wieder auf, einäugig mitunter oder mit zerrissenem Ohr, um in der Sicherheit der Umfriedung ihre …

Die Wiederkehr der Röschen

Es ist, als habe jemand das Blümchen-Geschirr von Tante Leni, die Schätze aus Großmutters Wohnzimmerschrank und einige Restposten aus den 1950er Jahren wild durcheinandergemischt und auf den Kaffeehaustischchen der Szene-Cafés verteilt. Zuckerdosen mit Dackelbeinen, stromlinienförmige Sahnekännchen, Tassen mit Rosendekor, Untertassen mit Goldrand stehen dort einträchtig neben- und aufeinander und bieten uns ein hübsch anzusehendes Durcheinander anStilen, Formen und Funktionen.