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Möbel aus Schweden

Wir haben geerbt.Solange sich das Regal der beiden schwedischen Designer Kerstin und Nisse Strinning noch sicher im Haushalt meiner Schwiegereltern befand, sagten wir natürlich, dass wir es sehr gerne übernehmen wollten. Als es dann ernst wurde und wir es abholen sollten, fragten wir uns, ob nicht unsere Nichte es ebenso gerne haben wollte, mit ihrem Faible für Design und Vintage-Möbel —Sie lehnte dankend ab. Auch meine Eltern hatten ein solches String-Regal in ihrem Wohnzimmer. Das nahm mein Vater mit, als er Mitte der 1960er Jahre in eine andere Wohnung zog und meine Mutter, meine Schwester und mich, die Waschmaschine und das Mahagoni-Schlafzimmer zurückließ. Das Regal war wahrscheinlich das, was sich am besten in einem Fiat 500 transportieren ließ: Zusammengelegt besteht es aus ein paar Leitern, ein paar Brettern, und die Einhängeschränke sind auch nicht allzu voluminös. Ein klassisches System-Möbel eben: Beliebig erweiterbar, flexibel einzusetzen, raumsparend in Transport und Lagerhaltung. Eine Anschaffung fürs Leben Es gab in dieser Zeit — den Jahren des sich entfaltenden Wirtschaftswunders — keine besonders große Auswahl an Möbeln, die dem Lebensstil …

Was hatten die eigentlich gegeneinander?

Im Juni 1966 hielt der Designer Viktor Papanek einen Vortrag an der Ulmer Hochschule für Gestaltung. Man hätte denken können, beide würden gute zusammenpassen: Gemeinsamen war ihnen der Gedanke, dass Design und Politik etwas miteinander zu tun hätten, sowie das große persönliche Engagement in Sachen Weltverbesserung. Hätten sie sich da nicht gut verstehen müssen? Weit gefehlt. Mit seinem Radio-Baukasten aus leicht erhältlichen Materialien für die Bevölkerung von Entwicklungsländern stieß er bei den Ulmer Gestaltern auf das schiere Unverständnis.

Die Wiederkehr der Röschen

Es ist, als habe jemand das Blümchen-Geschirr von Tante Leni, die Schätze aus Großmutters Wohnzimmerschrank und einige Restposten aus den 1950er Jahren wild durcheinandergemischt und auf den Kaffeehaustischchen der Szene-Cafés verteilt. Zuckerdosen mit Dackelbeinen, stromlinienförmige Sahnekännchen, Tassen mit Rosendekor, Untertassen mit Goldrand stehen dort einträchtig neben- und aufeinander und bieten uns ein hübsch anzusehendes Durcheinander anStilen, Formen und Funktionen.