Dampf, Das Leben der Dinge, Energie, Versorgung
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Dampferfahrt

Mit der Mariefred, einem Dampfschiff aus dem Jahr 1903, fuhren wir von Stockholm aus nach Gripsholm.

Schwarz hoben sich die Rauchwolken von ihren weißen Geschwistern ab. Schwitzend schaufelte der Heizer die Kohle in den Kessel, eine Tonne pro Fahrt.

In Gripsholm wohnte in den 1930er Jahren Kurt Tucholsky – erst war er dort glücklich, will man die Schilderung aus seinem gleichnamigen Buch für bare Münze nehmen.
Später wurde er aus Deutschland vertrieben und lebt dort im Exil. In Gripsholm ist er 1939 gestorben, an einer Überdosis Schlaftabletten; mit Absicht oder aus Versehen, das ließ sich nicht genau feststellen.

In Tucholskys Roman kommt der Dampfer nicht vor.

Er muss ihn aber gesehen haben, wie er an- und ablegte, die Sommergäste ausspuckte und wieder einsog, und wie er seine Wolken in den Himmel schickte.

Kohle aus der Erde, im Feuer verwandelt in Bewegung und schwarzen Rauch.

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