Katalin Ladik – Poesie als Rebellion


Am Mittwoch, den 10. Juli 2024 um 19 Uhr werde ich ein Gespräch mit der ungarischen Dichterin und Performance-Künstlerin Katalin Ladik in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm moderieren.

Katalin Ladik ist eine Schlüsselfigur der mittel- und osteuropäischen Kunst. Als sie 1942 in Novi Sad geboren wurde, gehörte die Stadt zum Königreich Jugoslawien, seit 1945 war sie Teil der Volksrepublik Jugoslawien. Dort leben Serben, Ungarn, Slowaken, Kroaten, Roma, inzwischen nur noch wenige Deutsche.

Neben ihrer Muttersprache, dem Ungarischen, lernte Katalin Ladik das Serbische beim Spielen auf der Straße. Hier fand sie ihre erste Bühne, lernte und erfand Ausdrucksformen, auf die sie später zurückgreifen konnte: Gemeinsam mit den anderen Kindern spielte sie Theater, musizierte, übernahm die Regie. Sie lernte Märchen, Mythen und Rituale aus ihrer unmittelbaren Umgebung kennen. Als Elfjährige begann sie im Radio aufzutreten. Später nutzte sie auch das Theater und Formen der künstlerischen Performance. Seit 1962 hat sie ein bedeutendes künstlerisches Gesamtwerk geschaffen, wobei sie Ausdrucksformen der konkreten und visuellen Poesie, von Klangkunst und Bewegung nutzt. 

Darin verbindet sie die intellektuelle mit der Volkskultur, stellt Fragen nach weiblichen Handlungsspielräumen in einer männliche dominierten Gesellschaft. Ihre Stimme, ihr Körper sind ihre Instrumente. Dabei lässt sie sich auf die Orte ein, an denen sie auftritt, verändert sich und ihre Texte in der Anpassung an das andere oder neue.

Am kommenden Mittwoch wird sie in des Donaufestes und des Literatursommers in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm auftreten. In einem anschließenden Gespräch berichtet sie über ihre Inpirationen und Erfahrungen aus einem langen Künstlerinnen-Leben.

 

 

 


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