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Hans Gugelot. Die Architektur des Design

Der holländische Architekt Hans Gugelot kam 1954 an die Ulmer Hochschule für Gestaltung. Mit seinen Produktentwürfen trug er wesentlich zum Erfolg dieser legendären Hochschule bei. 1956 entwickelte er gemeinsam mit Dieter Rams für die Firma Braun das Radiogerät „SK 4“, das als „Schneewittchensarg“ zu einer Ikone des westdeutschen Nachkriegsdesign wurde. Hans Gugelot entwarf zahlreiche Industriegüter für führende Hersteller: Rasierapparate, Möbel, Nähmaschinen, Diaprojektoren, Züge für den Nahverkehr. Er engagierte sich in der Lehre an der HfG sowie beim Aufbau des National Institute of Design mit mittlerweile drei Standorten in Indien und gab entscheidende Impulse für die Entwicklung des Berufsbildes des „Industriedesigners“. Das Buch beschäftigt sich mit einzelnen Schwerpunkten von Gugelots Wirken und schildert zugleich das Lebensgefühl und die Lebensumstände der gestalterischen Avantgarde in der jungen Bundesrepublik. Hans Gugelot war Wegbereiter des Systemdesign und wichtiger Industriedesigner des 20. Jahrhunderts. Der Lehrer an der Ulmer Hochschule für Gestaltung prägte entscheidend die Anfänge des Braun-Design. Leseprobe auf isuu.com  

Was hatten die eigentlich gegeneinander?

Im Juni 1966 hielt der Designer Viktor Papanek einen Vortrag an der Ulmer Hochschule für Gestaltung. Man hätte denken können, beide würden gute zusammenpassen: Gemeinsamen war ihnen der Gedanke, dass Design und Politik etwas miteinander zu tun hätten, sowie das große persönliche Engagement in Sachen Weltverbesserung. Hätten sie sich da nicht gut verstehen müssen? Weit gefehlt. Mit seinem Radio-Baukasten aus leicht erhältlichen Materialien für die Bevölkerung von Entwicklungsländern stieß er bei den Ulmer Gestaltern auf das schiere Unverständnis.