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Hans Gugelot. Die Architektur des Design

Der holländische Architekt Hans Gugelot kam 1954 an die Ulmer Hochschule für Gestaltung. Mit seinen Produktentwürfen trug er wesentlich zum Erfolg dieser legendären Hochschule bei. 1956 entwickelte er gemeinsam mit Dieter Rams für die Firma Braun das Radiogerät „SK 4“, das als „Schneewittchensarg“ zu einer Ikone des westdeutschen Nachkriegsdesign wurde. Hans Gugelot entwarf zahlreiche Industriegüter für führende Hersteller: Rasierapparate, Möbel, Nähmaschinen, Diaprojektoren, Züge für den Nahverkehr. Er engagierte sich in der Lehre an der HfG sowie beim Aufbau des National Institute of Design mit mittlerweile drei Standorten in Indien und gab entscheidende Impulse für die Entwicklung des Berufsbildes des „Industriedesigners“. Das Buch beschäftigt sich mit einzelnen Schwerpunkten von Gugelots Wirken und schildert zugleich das Lebensgefühl und die Lebensumstände der gestalterischen Avantgarde in der jungen Bundesrepublik. Hans Gugelot war Wegbereiter des Systemdesign und wichtiger Industriedesigner des 20. Jahrhunderts. Der Lehrer an der Ulmer Hochschule für Gestaltung prägte entscheidend die Anfänge des Braun-Design. Leseprobe auf isuu.com  

Möbel aus Schweden

Wir haben geerbt. Solange sich das Regal der beiden schwedischen Designer Kerstin und Nisse Strinning noch sicher im Haushalt meiner Schwiegereltern befand, sagten wir natürlich, dass wir es sehr gerne übernehmen wollten. Als es dann ernst wurde und wir es abholen sollten, fragten wir uns, ob nicht unsere Nichte es ebenso gerne haben wollte, mit ihrem Faible für Design und Vintage-Möbel —Sie lehnte dankend ab. Auch meine Eltern hatten ein solches String-Regal in ihrem Wohnzimmer. Das nahm mein Vater mit, als er Mitte der 1960er Jahre in eine andere Wohnung zog und meine Mutter, meine Schwester und mich, die Waschmaschine und das Mahagoni-Schlafzimmer zurückließ. Das Regal war wahrscheinlich das, was sich am besten in einem Fiat 500 transportieren ließ: Zusammengelegt besteht es aus ein paar Leitern, ein paar Brettern, und die Einhängeschränke sind auch nicht allzu voluminös. Ein klassisches System-Möbel eben: Beliebig erweiterbar, flexibel einzusetzen, raumsparend in Transport und Lagerhaltung. Eine Anschaffung fürs Leben Es gab in dieser Zeit — den Jahren des sich entfaltenden Wirtschaftswunders — keine besonders große Auswahl an Möbeln, die dem …