HfG-Roman

Die Fotografie zeigt den Blick vom Hochsträss, einen Ausläufer der Schwäbischen Alb, auf die Türme des Ulmer Münsters. Foto: Christiane Wachsmann

Mein neuer Roman spielt im Jahr 1968 auf dem Ulmer Kuhberg: Die berühmte Hochschule für Gestaltung steht vor dem Aus. Die Studenten protestieren, und alte Nazis müssen sich ihrer Vergangenheit stellen.

Ein spannender Ort

Kuhberg heißt einer der Ausläufer der Schwäbischen Alb, die sich in Ulm bis dicht an die Donauebene herangeschoben haben. Hier oben liegen die Gebäude der legendären Hochschule für Gestaltung. Sie sind umgeben von Kleingärten und der kargen Landschaft der Alb. Im nahegelegenen Fort Oberer Kuhberg, einer Festung aus dem 19. Jahrhundert, befand sich in den 1930er Jahren ein Konzentrationslager.

Das Fort Oberer Kuhberg in Ulm, Mauerwerk und Dächerlandschaft. Foto: Christiane Wachsmann
Das Fort Oberer Kuhberg entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Teil einer großflächigen Verteidigungsanlage rund um die Stadt Ulm. Foto: Christiane Wachsmann

Die Gebäude der Hochschule liegen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Sie sind sorgsam ins Gelände eingepasst. Mit ihrer streng modernen Gestaltung stellen sie eine Überraschung dar. Unwillkürlich fragt man sich: Wie kommen sie hierher? Was haben sie zu bedeuten?

Ein Roman über die HfG Ulm

Hochschule für Gestaltung Ulm, 1968: Bedroht von der finanziellen Pleite, zerrieben in den politischen Unruhen dieser Jahre, müssen Studenten und Dozenten um den Fortbestand ihrer „HfG“ bangen. Viele ehemalige Nationalsozialisten sind wieder in Amt und Würden, leben ein unauffällig-bürgerliches Leben oder engagieren sich in der Politik. Das Misstrauen der konservativen Ulmer Bevölkerung gegen das „linke Nest“ auf dem Kuhberg ist groß.

In einem der Kleingärten nahe der Hochschulgebäude lebt Nina. Die Studentin Franziska und ihre Freunde sind von ihr fasziniert: Von Ninas bunten Gewändern und der hexenhaften Haarpracht, der sexuellen Freizügigkeit und den Drogenexperimenten. Frei und ungebunden lebt sie von der Hand in den Mund.

Doch was Franzi und ihre Freunde als Ungebundenheit verklären, hat seine Schattenseiten. Die Verletzungen in Ninas Seele reichen zurück in das Jahr 1942, als die letzten Juden aus Ulm deportiert wurden –

Tollkirschen. Eine Pflanze mit Blüten und ersten, noch grünen Früchten. Foto: Christiane Wachsmann
Tollkirschen spielen eine große Rolle in meinem Roman: Schön anzusehen und verlockend, können sie tolle Träume bringen oder den Tod.

Der HfG-Roman wird 2028 bei danube-books in Ulm erscheinen. Für die Arbeit am Manuskript habe ich im Juni 2026 ein Stipendium des Förderkreises der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg erhalten.

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