Mein neuer Roman spielt im Jahr 1968 auf dem Ulmer Kuhberg: Die berühmte Hochschule für Gestaltung steht vor dem Aus, die Studenten protestieren, und alte Nazis müssen sich ihrer Vergangenheit stellen.
Ein spannender Ort
Kuhberg heißt einer der Ausläufer der Schwäbischen Alb, die sich in Ulm bis dicht an die Donauebene herangeschoben haben. Hier oben liegen die Gebäude der legendären Hochschule für Gestaltung. Sie sind umgeben von Kleingärten und der kargen Landschaft der Schwäbischen Alb. Im nahegelegenen Fort Oberer Kuhberg, einer Festung aus dem 19. Jahrhundert, befand sich in den 1930er Jahren ein Konzentrationslager.

Die Gebäude der Hochschule sind sorgsam ins Gelände eingepasst. Mit ihrer streng modernen Gestaltung stellen sie eine Überraschung dar. Unwillkürlich fragt man sich: Wie kommen sie hierher? Was haben sie zu bedeuten?
Ein Roman über die HfG Ulm
Hochschule für Gestaltung Ulm, 1968: Bedroht von der finanziellen Pleite, zerrieben in den politischen Unruhen dieser Jahre, müssen Studenten und Dozenten um den Fortbestand ihrer „HfG“ bangen. Viele ehemalige Nationalsozialisten sind wieder in Amt und Würden und leben ein unauffällig-bürgerliches Leben; das Misstrauen der konservativen Ulmer Bevölkerung gegen das „linke Nest“ auf dem Kuhberg ist groß.
In einem der Kleingärten nahe der Hochschulgebäude lebt Gundela. Die Studentin Franziska und ihre Freunde sind von ihr fasziniert: Von Gundelas bunten Gewändern und der hexenhaften Haarpracht, der sexuellen Freizügigkeit und den Drogenexperimenten. Frei und ungebunden lebt sie von der Hand in den Mund. Immer wieder kommen die Studenten in Gundelas abgelegenem Garten zusammen, feiern, diskutieren und probieren die Wirkungen von Tollkirschensaft und Kräuteraufgüssen.
Schon bald stellt Franziska jedoch fest, dass Gundela zeitweise unter schlimmen Angstzuständen leidet. Was sie und ihre Freunde als Ungebundenheit verklärt haben, hat eine Schattenseite. Die Verletzungen in Gundelas Seele reichen zurück in das Jahr 1942, als die letzten Juden aus Ulm deportiert wurden –

In diesem Journal werde ich in einigermaßen regelmäßigen Abständen über meine Arbeit an diesem Buch berichten.
